Dachau, den 26. März 2026
Auf seiner diesjährigen Mitgliederversammlung musste sich der Runde Tisch gegen Rassismus Dachau e.V. mit den jüngsten Angriffen auf ein Gründungsmitglied, das Jugendzentrum Freiraum, befassen. Mit großer Bestürzung und Fassungslosigkeit, aber auch mit einer gehörigen Portion Wut haben die Mitglieder die Nachricht von den erneuten neonazistischen Graffiti-Angriffen aufgenommen. Die feigen Schmierereien vom 14.02. (also kurz nach der großen Demonstration für Demokratie in Dachau-Ost) und 05.03. sind mehr als nur Sachbeschädigung – sie sind ein gezielter Angriff auf einen Ort der Vielfalt, der Toleranz und der gelebten Demokratie in unserer Stadt.
Der Freiraum ist ein wichtiger Teil unseres Bündnisses. Es ist kein Zufall, dass es den Freiraum getroffen hat. Ohne die Initiative der Jugendlichen und Verantwortlichen des Freiraums gäbe es den Runden Tisch gegen Rassismus in seiner heutigen Form nicht. Denn im Jahr 2014 war es der Freiraum, der nach einer Serie von rechten Vorfällen dazu aufrief, gemeinsam Zivilcourage zu zeigen. Dass dieser Ort nun wieder zur Zielscheibe von Ewiggestrigen wird, zeigt schmerzhaft, wie notwendig unsere gemeinsame Arbeit nach wie vor ist.
Wir lassen uns nicht einschüchtern. Die Täter versuchen, Angst zu säen und Räume für junge Menschen zu markieren. Doch wir sagen deutlich: Dachau ist und bleibt bunt! Wer den Freiraum angreift, greift uns alle an – die über 50 Organisationen einschließlich Stadt und Landkreis sowie unzählige Bürgerinnen und Bürger, die hinter dem Runden Tisch stehen. Unsere Solidarität gilt den Aktiven im Freiraum: „Ihr seid nicht allein! Wir stehen Seite an Seite mit Euch, so wie ihr vor über zehn Jahren an unserer Seite standet, um dieses Bündnis ins Leben zu rufen.“
Unsere Antwort: Noch mehr Sichtbarkeit! Hass macht hässlich, aber unsere Solidarität macht uns stark. Wir fordern eine lückenlose Aufklärung dieser Straftaten und rufen alle Dachauerinnen und Dachauer dazu auf, gerade jetzt Haltung zu zeigen. Wir werden die braune Farbe nicht nur überstreichen, sondern sie mit noch mehr Engagement für eine offene Gesellschaft übertönen.
Fabian Handfest (Sprecher)
Peter Heller (Sprecher)
