„Chronik des Hasses – Vorstellung des Jahrbuchs Rechte Gewalt“ – Bericht zum Vortrag von Andrea Röpke vom 26.01.2017

Die seit einigen Jahren stark angestiegenen Angriffe auf Geflüchtete, aber auch die zunehmenden gegen ehrenamtliche HelferInnen und PolitikerInnen gerichteten Übergriffe und Bedrohungen zeigen deutlich, dass die kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema „rechte Gewalt“ dringend notwendig ist. Daher hatte der Runde Tisch gegen Rassismus Dachau e.V. Andrea Röpke  zu einem Vortragsabend im Ludwig-Thoma-Haus eingeladen, bei dem sie ihr kürzlich erschienenes Jahrbuch zur Rechten Gewalt vorgestellt hat.

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Mi, 15.03.17: – „Ernst Grube – Zeitzeuge. Von einem, der nicht aufgibt“ (Filmvorführung und Gespräch)

Filmvorführung und Gespräch in der KZ-Gedenkstärtte Dachau – 15. MÄRZ 2017, 19 UHR

Ernst Grube ist einer der bekanntesten Münchner Zeitzeugen der NS-Diktatur. Er erlebte seine Kindheit in der bayerischen Landeshauptstadt als einer, der ausgegrenzt wurde, der in Lagern mitten in München leben und den gelben Stern tragen musste. Zusammen mit seiner jüdischen Mutter und seinen beiden Geschwistern wurde er 1945 nach Theresienstadt deportiert. Bis heute ist Ernst Grube unermüdlich als Zeitzeuge an Gedenkstätten, in Schulen, bei Vereinen und in Bildungseinrichtungen aktiv.

Er nimmt das Vermächtnis der NS-Opfer ernst: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg, lautet seine Botschaft. Seit Jahrzehnten wirkt Ernst Grube auch im Umfeld der KZ-Gedenkstätte Dachau mit: Im Präsidium der Lagergemeinschaft, im Kuratorium der Evangelischen Versöhnungskirche, im Vorstand des Fördervereins für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit, bei der Internationalen Jugendbegegnung, im Max-Mannheimer-Haus, im Kuratorium der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, am Runden Tisch für Zeitgeschichte und am Runden Tisch gegen Rassismus.

Der 60-minütige Dokumentarfilm von Christel Priemer und Ingeborg Weber begleitet Ernst Grube. Entstanden ist ein berührendes Porträt über den Münchner Juden und Kommunisten Ernst Grube und ein Zeichen für Toleranz, Freundlichkeit und Abkehr von Gewalt und Krieg.

Mittwoch, 15. März 2017, 19 Uhr, Kinosaal der KZ-Gedenkstätte Dachau Einlass 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Flyer (PDF)

 

Veranstaltungsreihe 2017 – Facetten Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

Donnerstag, 26.01.2017 – Andrea Röpke „Chronik des Hasses – Vorstellung des Jahrbuchs Rechte Gewalt“

Der rechte Mob ist entfesselt. Insbesondere in den Jahren 2015 und 2016 sind rechtsextreme Gewalttaten sprunghaft angestiegen. Wer sind jedoch die Tätergruppen und wie gehen sie vor? Andrea Röpke liefert mit ihren Reportagen und Porträts eine umfassende Chronik der Hassverbrechen in Deutschland und beleuchtet dabei Hintergründe, Tätergruppen und Vorgehensweisen.

Info zur Referentin: Andrea Röpke ist eine mehrfach ausgezeichnete Fachjournalistin und kennt wie kaum jemand sonst die extreme Rechte in Deutschland, zu der sie zahlreiche Artikel und Bücher veröffentlicht hat.

Referentin: Andrea Röpke
Ort: Erchana-Saal, Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Str. 23
Beginn: 19:00 Uhr

Donnerstag, 23.02.2017 – Vortrag von Juliane Lang zu „Antifeminismus von Rechts“

Im selbsterklärten „Kampf gegen Gender und den Feminismus“ und mit populistischen Forderungen zur Besserstellung „deutscher Familien“ verspricht sich die extreme Rechte strategisch Wähler*innenstimmen und den Anschluss an Diskurse in der sog. „Mitte der Gesellschaft“. Extrem rechte Akteure bewegen sich hier in einem Fahrwasser mit Familienpopulist*-innen und Antifeminist*innen unterschiedlicher politischer Couleur: „Besorgte Eltern“, Maskulisten, fundamentalistische Christ*innen und nicht zuletzt Teile der bürgerlich-konservativen Presse scheinen sich einig in der Ablehnung der gelebten Vielfalt geschlechtlicher, sexueller und familialer Lebensweisen.

Juliane Lang diskutiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Strategien der verschiedenen Akteure, informiert über deren Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse und zeigt Reaktionsmöglichkeiten auf.

Info zur Referentin: Juliane Lang gehört dem Forschungsnetzwerks Frauen und Rechtsextremismus an und ist in diesem Themenfeld eine ausgewiesene Expertin.

Referentin: Juliane Lang
Ort: Bürgertreff Ost, Ernst-Reuter-Platz 1
Beginn: 19:00 Uhr

Donnerstag, 16.03.2017 – Vortrag von Karin Gottschalk zu „Homo- und Transfeindlichkeit in deutschen Medien“

Diskussionen um Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierung stehen oft stellvertretend für gesamtgesellschaftliche Debatten. Vorwiegend islamisch geprägte Länder werden aufgrund diskriminierender Gesetze gegenüber Homosexuellen gerügt.

Viele betonen ihre einige Offenheit, um sich von Rechtskonservativen wie der AfD abzugrenzen. In anderen Fällen wird sexuelle Vielfalt bewusst thesenartig und zugespitzt behandelt. So titelte die „Welt“: „Professx statt Professor? So irre ist das nicht!“ – obwohl nur kurz zuvor in derselben Zeitung der „Genderwahn“ ausgerufen wurde.

Während manche Thesen bewusst polarisieren sollen, entstehen manche schlicht aus Unwissenheit. Was zählt, ist ein neues Bewusstsein – innerhalb der Medien und als einzelne_r Leser_in.

Info zur Referentin: Katrin Gottschalk ist stellvertretende Chefredakteurin der tageszeitung (taz)

Referentin: Katrin Gottschalk
Ort: Erchana-Saal, Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Str. 23
Beginn: 19:00 Uhr

Hinweis:

„Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.“

Bericht zum Vortrag von Dr. Robert Philippsberg – „Rechte Gewalt in Deutschland“ vom 13.07.2016

Der Runde Tisch gegen Rassismus e.V. hat am 13.07.2016 einen Vortragsabend zu dem Thema „Rechte Gewalt in Deutschland“ im Adolf-Hölzl-Haus veranstaltet. Referent war Dr. Robert Philippsberg, pädagogischer Mitarbeiter im Kreisjugend Dachau, der zum Demokratieschutz in Deutschland promoviert hat und sich dabei ausführlich mit Geschichte und Gegenwart des Rechtsterrorismus in Deutschland befasst hat. Er ist zugleich freier Mitarbeiter in der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus (firm) in München sowie Asscoiate Researcher am Centrum für angewandte Politikforschung (C·A·P) und Autor mehrerer Publikationen zum Thema „Rechtsextremismus“.

Philippsberg begann seinen Vortrag mit einer Erläuterung über den Terrorismusbegriff, für den es in der Wissenschaft und in staatlichen Behörden unterschiedliche Definitionen gibt und zeigte auf, welche spezifischen Merkmale den Rechtsterrorismus kennzeichnen. Dabei wies er darauf hin, dass es für die Sicherheitsbehörden entscheidend sei, ob eine Vereinigung über eine feste Gruppenstruktur und eine Planungsintensität bei ihren Anschlägen verfügt, um als terroristische Organisation eingestuft zu werden. Aufgrund dieser Vorbedingung gilt z.B. der rassistische Brandanschlag in Solingen aus dem Jahr 1993, bei dem fünf Menschen starben und acht zum Teil schwer verletzt wurden, nicht als terroristische Tat. Anschließend erläuterte der Referent die verschiedenen rechtsextremen Straftatbestände und ging auf die staatliche Ermittlungsarbeit ein. Diese ist auch nach dem Bekanntwerden der schweren Ermittlungsdefizite zur rechtsterroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) verbesserungsbedürftig, da Ermittlungs- oder Justizbehörden eine offensichtlich rassistisch motivierte Tat noch immer zu häufig nicht als solche klassifizieren, wie Untersuchungen der Amadeo Antonio Stiftung aus den Jahren 2012 und 2013 nahe legen.

Im Anschluss daran ging Philippsberg auf die aktuelle Situation rechter Gewalt in Deutschland ein und informierte über die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, die sich von 2014 auf 2015 verfünffacht haben. Die Aufklärungsquote dieser Verbrechen bewegt sich auf niedrigen Niveau. Er machte in diesem Zusammenhang auch auf den deutlichen Anstieg an rechtsextrem motivierten Anschlägen gegen PolitikerInnen und JournalistInnen in den letzten Jahren aufmerksam. Nach dem Blick auf die gegenwärtige Situation ging der Referent auf die historische Entwicklung rechter Gewalt ein indem er dessen verschiedene Facetten aufzeigte. Dabei wurde deutlich, dass sich rechtsterroristische Gewalt in Deutschland keineswegs auf den NSU beschränkt, sondern über einen langen geschichtlichen Vorlauf verfügt. Dazu zählt z.B. das Oktoberfestattentat vom 26. September 1980, das mit 13 Toten und 211 zum Teil schwer verletzten Personen der bislang verheerendste Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist. Außerdem gab es nach Recherchen der Amadeo-Antonio Stiftung seit 1990 178 Personen, die durch rechte Gewalt ihr Leben verloren haben, wovon die Bundesregierung aufgrund anderer Erfassungskriterien bisher nur 75 Todesopfer anerkennt. Im Anschluss an den geschichtlichen Rückblick ging der Referent auf die besonderen Merkmale des NSU im Rechtsterrorismus ein und erläuterte, welche potenziellen Rekrutierungsfelder zukünftig für die Herausbildung rechtsterroristischer Organisationen oder Einzeltäter bestehen.

Insgesamt veranschaulichten die Ausführungen des Referenten den Zuhörerinnen und Zuhörern, dass rechte Gewalt in Deutschland ein bedeutsames Problem darstellt, das trotz staatlicher und zivilgesellschaftlicher Programme zur Rechtsextremismusprävention bislang nur unzureichend in den Griff bekommen wurde. Im Anschluss an den Vortrag gab es eine Diskussionsrunde an der sich die Zuhörerinnen und Zuhörer ausgiebig beteiligten.

Vortrag von Dr. Robert Philippsberg zu Rechtsterrorismus in Vergangenheit und Gegenwart

Aufgrund familiärer Gründe kann die angekündigte Referentin Andrea Röpke am 13.07.2016 leider nicht den Vortrag über “Rechte Gewalt in Deutschland“ bei der Veranstaltungsreihe des Runden Tisches gegen Rassismus halten.

Dr. Robert Philippsberg wird den Vortrag stattdessen übernehmen.

Zur Person:

Dr. Philippsberg ist pädagogischer Mitarbeiter beim Kreisjugendring Dachau im Projekt Partnerschaft für Demokratie und hat in Politikwissenschaft zum Demokratieschutz in Deutschland promoviert. Dabei hat er sich ausführlich mit Geschichte und Gegenwart des Rechtsterrorismus in Deutschland befasst. Er beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren wissenschaftlich mit extrem rechten Vereinigungen und ist Autor mehrerer Publikationen, zu denen z.B. eine Studie über die Strategie der NPD zählt. Zudem ist er freier Mitarbeiter bei der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus in München und Asscociate Researcher am Centrum für angewandte Politikforschung (C·A·P).

Bunte Feier gegen Rassismus und Rechtsextremismus – Bericht zur Veröffentlichung unseres Positionspapiers

Am 4. Juli 2016 treffen sich etwa 200 Dachauer Bürgerinnen und Bürger am Rathausplatz, um die Fertigstellung und Veröffentlichung eines Positionspapiers, das das Selbstverständnis des Runden Tisches darlegt, gemeinsam zu feiern. Die vorgetragenen Positionen und das  Rahmenprogramm signalisieren, worum es den Mitgliedern des Runden Tisches geht: Um  eine klare Position für ein weltoffenes Dachau, das nicht nur daran arbeitet, seine Vergangenheit zu bewältigen, sondern zugleich im Hier und Jetzt gegen alle Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und der Diskriminierung (vermeintlich) Anderer aktiv einzuschreiten.

Mitglieder des Runden Tisches stellen zunächst die Präambel des Positionspapiers vor, die sich  mit der breiten Zusammensetzung des Bündnisses und den Gründen seiner Entstehung beschäftigt. Es folgen die Definitionen von Rassismus, Diskriminierung und Ausschließung sowie die Erscheinungsformen und die aktuelle Problematik einer Verschiebung der Normalität in der öffentlichen Wahrnehmung. Der Runde Tisch sieht es als zentrales Problem an, dass durch neue Parteien oder in sozialen Medien menschenfeindliche Positionen ungeniert öffentlich eingebracht werden. Wachsamkeit und Gegenrede gegen Lügen über „Asylmissbrauch“ oder Gerüchte vom Fehlverhalten von Asylsuchenden hält der Runde Tisch für geboten. Diese neue politische „Normalität“ muss ganz deutlich als das entlarvt werden, was sie ist: Hasserfüllte Hetze, die sich leider auch in rechtsmotivierten Gewalttaten niederschlägt. Referiert werden noch die Ziele des Runden Tisches, sein Selbstverständnis als demokratisches, pluralistisches und offenes Gremium. Der Runde Tisch will Diskussionen anregen, will auf Erscheinungsformen von Rassismus aufmerksam machen, und er will verhindern, dass das Erstarken einer gewaltorientierten und menschenverachtenden rechten Bewegung mit Gleichgültigkeit hingenommen wird. Das Ziel der „Schaffung einer solidarischen, friedliebenden, diskriminierungsfreien, von Fairness und Chancengleichheit getragenen Gesellschaft“ mag utopisch klingen. Aber dazu gibt es keine Alternative, wenn man/frau will, dass – wie es im Positionspapier in Anlehnung an die Dialektik der Aufklärung von Theodor Adorno und Max Horkheimer heißt -,  alle Menschen, also auch und gerade die Benachteiligten und die vermeintlich „Anderen“, ohne Angst verschieden sein dürfen. Zuletzt werden noch die Umsetzungsformen vorgestellt wie etwa Mahnwachen und Informationsveranstaltungen, mit denen der Runde Tisch gegen Aktivitäten von Menschfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz einstehen will. 

Trotz der traurigen Notwendigkeit, an diesem lauen Sommerabend von Rassismus in seinen vielfältigen Erscheinungsformen zu hören, ist die Stimmung der Besucherinnen und Besucher  auf dem Rathausplatz fröhlich und ausgelassen. Dazu trägt auch die Musik von Hussy Hicks bei einer Band aus Australien, die mit ihren Akustikinstrumenten lebendige, internationale Musik zelebriert – und die beiden Lieder des Bergkirchner Asylchors.  Der Asylchor ist ein Beispiel dafür, wie antirassistische und menschenfreundliche Integrationsarbeit richtig Freude machen kann, wenn sich Geflüchtete und ihre Helferinnen und Helfern auf gleicher Augenhöhe ohne Vorurteile und Vorbehalte begegnen. 

Mit ihrem Positionspapier bekennen sich die beteiligten Dachauer Bürgerinnen und Bürger zu einem weltoffenen und toleranten Dachau. Asylsuchende hatten sich auf einer früheren Veranstaltung bei Bürgermeister Florian Hartmann für ihre freundliche Aufnahme bedankt, weil sie hier ohne Angst leben können. So soll es auch bleiben – Kein Platz für Rassismus!

Und hier geht’s zum Positionspapier!

Mi, 13.07.16 – „Rechte Gewalt in Deutschland – Rechtsterroristische Militanz in der Vergangenheit und heute“

Achtung: Andrea Röpke musste uns aus familiären Gründen leider absagen. Dr. Robert Philippsberg wird den Vortrag stattdessen übernehmen.

Eine Veranstaltung des Runden Tisch gegen Rassismus Dachau e.V..

Am Mittwoch den 13.07.2016 wird Andrea Röpke einen Vortrag zum Thema „Rechte Gewalt in Deutschland“ im Adolf-Hölzl-Haus halten. Wegen ihrer Reportagen ist sie mit dem Preis für „Das unerschrockene Wort“ (Bund der Lutherstädte), als „Reporterin des Jahres“ (Medium Magazin) und mit dem Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage (Zentralrat der Juden in Deutschland) ausgezeichnet worden. 2009 erhielt sie außerdem den Alternativen Medienpreis und wurde für den vom US-Außenministerium vergebenen „International Women of Courage Award“ nominiert.

In Ihrem Vortrag wird sie nicht nur auf aktuellen Anschläge, Überfälle und Brandstiftungen eingehen, sondern auch aufzeigen, dass rechtsterroristische Militanz über eine lange Geschichte in Deutschland verfügt. Sie verdeutlicht, dass es sich bei dem Oktoberfest-Attentat und dem NSU weder um Einzelfälle noch um Einzeltäter handelt. Dahinter stehen kontinuierlich arbeitenden Netzwerke, die von Andrea Röpke unter hohem persönlichen Einsatz aufgedeckt werden. Trotz mehrfacher tätlicher Angriffe aus der rechtsextremen Szene und einer unrechtmäßigen Beobachtung durch den niedersächsischen Verfassungsschutz bleibt ihr Einsatz ungebrochen. Der Vortrag wird vom Runden Tisch gegen Rassismus Dachau e.V. veranstaltet.

Zur Kurzbeschreibung der Vita von Andrea Röpke:
https://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_Röpke

Eines ihrer Bücher „Blut und Ehre. Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland“ ist auch in der (kostengünstigen) Schriftenreihe der Bundeszentrale für Politische Bildung erschienen:
http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/165067/blut-und-ehre

Nicht zuletzt hat sie auch für die Bundeszentrale für Politische Bildung publiziert. Dies u.a. auch zu den Hintergründen des NSU und seiner Unterstützungsstrukturen – „Im Untergrund, aber nicht allein“:
http://www.bpb.de/apuz/133374/im-untergrund-aber-nicht-allein?p=0

Neue Rechte, rechte Gewalt und ihre ideologischen Grundlagen – Eine Veranstaltungsreihe zur bedrohten Gesellschaft

Über die nächsten Monate veranstaltet der Runde Tisch gegen Rassismus Dachau e.V. einige Veranstaltungen zum Thema Rassismus, Neue Rechte, Rechter Terror und Menschenfeindlichkeit. Wir laden alle Interessierten ein, die Veranstaltungen wahrzunehmen und freuen uns auf inhaltlich spannende Vorträge und Diskussionen.

03.05. – Die alte „Neue Rechte“ – Ideologie und Strategien der intellektuellen Rechtsextremen

Prof. Samuel Salzborn von der Universität Göttingen beleuchtet die ideologischen Grundlagen und die Ausrichtung der sog. „Neuen Rechten“. Der Versuch sich (vordergründig) nicht mehr beim historischen Nationalsozialismus zu bedienen setzt schon in den 1970er Jahren ein. Besonders in den 1980er und 90er Jahren hat sich die Neue Rechte mit einer neokonservativ-nationalchauvinistischen, rassistischen (sog. „Ethnopluralismus”) und deutlich fremdenfeindlichen Ideologie strategisch neu ausgerichtet. Heutige Bewegungen, wie PEGIDA und AfD, knüpfen an dieser Strategie an, um möglichst auch Menschen aus der “Mitte der Gesellschaft“ für rechtsradikale Anliegen mobilisieren zu können.

Dienstag, 03.05.2016Ludwig-Thoma-Haus (Erchana Saal), Augsburgerstr. 13 / Beginn 20:00 Uhr

15.06. – Von PEGIDA, AfD und „Drittem Weg“ – die radikale Rechte in Bayern

Robert Andreasch, freier Journalist und Mitarbeiter der „Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München“ (a.i.d.a.) nimmt uns mit auf eine Tour in die regionale, radikale Rechte, zeigt Inhalte, Akteurinnen und Akteure: Brandanschläge und Gewaltdelikte gegen Geflüchtete und ihre Unterkünfte nehmen hier genauso zu wie rassistische Mobilisierungen, in vielen Gemeinden organisieren Bürgerinnen und Bürger Kampagnen gegen die Unterbringung von Asylsuchenden. „Pegida“-Aufmärsche in München und Nürnberg finden in einer hartnäckigen Kontinuität statt, Neonazis tanken Selbstbewusstsein und die AfD tritt mit rassistischer Hetze und homophober Agitation auf.

Mittwoch, 15.06.2016 / Freiraum Dachau, Brunngartenstr. 7 / Beginn 19:00 Uhr

13.07. – Rechte Gewalt in Deutschland

Kaum jemand kennt die Strukturen und Zusammenhänge der rechtsterroristischen Szene in Deutschland besser als die mit vielen Preisen, u.a. Paul-Spiegel-Preis 2015 für Zivilcourage vom Zentralrat der Juden, für ihr Engagement ausgezeichnete Journalistin Andrea Röpke. Ihr historisches Wissen über militante nazistische Organisationen erlaubt ihr die Verbindungen von alt- und neonazistischen Strippenziehern aufzudecken. Frau Röpke macht dabei deutlich, dass weder das Oktoberfest-Attentat noch der NSU Einzelfälle sind, sondern nur die bekannten Beispiele einer kontinuierlich arbeitenden militanten Szene. Interessant wird besonders auch ihr Lagebericht zur aktuellen rechtsterroristischen Militanz, die sich in Anschlägen, Überfällen und Brandstiftungen zeigt.

Mittwoch, 13.07.2016 / Adolf-Hölzl-Haus, Ernst-Reuter-Platz 1 / Beginn 19:00 Uhr

05.10. – NSU, Neonazinetzwerke und rechtsterroristische Konzepte

Über vier Jahre sind vergangen, seit sich der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) im November 2011 selbst enttarnte. Im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht, in Recherchen und Untersuchungsausschüssen wurde seither versucht, mehr Erkenntnisse zu gewinnen: was der NSU denn gewesen ist, wer ihm zugerechnet werden muss und wer alles zu den Unterstützer_innen zählt. Robert Andreasch (Journalist, Autor; Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V.) spricht über die Netzwerke des militanten Neonazismus in Deutschland, in denen sich der NSU bewegte. Eine Reihe von terroristischen Anleitungen und militanten Organisierungskonzepten wurden nicht zuletzt durch internationale Neonazinetzwerke wie “Blood & Honour” seit den 1990er Jahren in Deutschland verbreitet. Waren diese Texte Blaupausen für das Handeln des NSU?“

Mittwoch, 05.10.2016 / Freiraum Dachau, Brunngartenstr. 7 / Beginn 19:00 Uhr

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Besondere Angebote für Jugendliche:

14.05. – Playback Theater – Stehgreiftheater gegen Rassismus

Der Schauspieler Nico Hohmann wird mit Jugendlichen eine Art Stehgreiftheater erproben. Erlebnisse. Rasant, witzig, spannend. Die Schauspieler_innen stehen im direkten Austausch mit dem Publikum und spiegeln deren Geschichten und Erzählungen. The stage is open – let`s go!

Samstag, 14.05.2016 / Skateranlage Kufsteinerstraße / ab 15:00 Uhr

23.06. – Theater für ein diskriminierungsfreies Miteinander

Die antirassistische Theatergruppe von Creative Change e.V. zeigt
in kleinen Stücken auf, wie man/frau sich kreativ gegen rassistische Ansprache und Argumente wehrt, und zeigt Wege in einen nicht-diskriminierenden Umgang im Alltag auf.

Donnerstag, 23.06.2016 / Jugendzentrum Ost / Beginn 19:00 Uhr

Hinweis:

Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Auf Spurensuche mit dem Regisseur Peter Ohlendorf

Wir dokumentieren an dieser Stelle den Beitrag vom Kreisjugendring Dachau über unsere Veranstaltung „Blut muss fließen“ mit Peter Ohlendorf.

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Mit Unterstützung der „Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Dachau“ – gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ hat der Runde Tisch gegen Rassismus Dachau e.V. eine Film- und Diskussionsreihe mit dem Regisseur Peter Ohlendorf und dessen Undercover-Dokumentation zur Rechtsrock-Szene durchgeführt.

Im Freiraum Dachau waren am Dienstag den 27.10.2015 neben Landrat Stefan Löwl und Bürgermeister Kai Kühnel etwa 120 Jugendliche und junge Erwachsene anwesend. Am 28. und 29.10.2015 haben Thomas Slamanig von der Dachauer Polizei und Ludwig Gasteiger vom Kreisjugendring Dachau zusammen mit dem Regisseur des Films Peter Ohlendorf Schulen und Jugendzentren besucht, um sich mit über 600 Jugendlichen auf Spurensuche nach den Wurzeln rechter Gewalttaten zu machen.

Sie folgten dem investigativ arbeitenden Journalisten Thomas Kuban (Pseudonym) in die rechte Parallelwelt. Dieser war viele Jahre in der rechtsextremen Musikszene unerkannt unterwegs und hat erschütternde Aufnahmen gemacht. „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ heißt der Titel seiner Dokumentation. Neben grölenden Skinheads, die im verborgenen ihre Partys feiern, begegnet ihm immer wieder die gleiche Hymne: „Blut muss fließen, knüppelhageldick und wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik.“ Sie endet mit einem Aufruf zu Mord und Totschlag.

Im Anschluss an die Filmvorführung wurden von den Anwesenden viele offene Fragen diskutiert wie zum Beispiel: Wie gelingt es dem Journalisten, unerkannt zu bleiben? Wie schafft er es, diese Reisen in die rechtsextreme Subkultur emotional zu verarbeiten? Warum ist die gewaltbereite Naziszene zu lange unterschätzt worden?

Einig waren sich wohl alle TeilnehmerInnen bei der Einschätzung, dass ein konsequentes Handeln von Staat und Zivilgesellschaft zur Eindämmung des Rechtsextremismus erforderlich ist.

Mitveranstalter mit dem Runden Tisch gegen Rassismus waren:
Freiraum Dachau e.V.
Kreisjugendring Dachau

Die Veranstaltungsreihe wurde von der Abteilung Jugend der Stadt Dachau finanziell unterstützt.

Blut muss fließen / Filmvorführung

27.10.2015, Filmvorführung Blut muss fließen im Freiraum Dachau, 20 Uhr

frontWir freuen uns in Zusammenarbeit mit dem Freiraum Dachau e.V. die Filmveranstaltung „Blut muss fließen“ ankündigen zu dürfen. Die Veranstaltung findet in Begleitung des Regisseurs Peter Ohlendorf statt.

Synopsis:

Der Sänger grölt Gewaltparolen, die Skinheads toben und die Arme gehen hoch zum Hitlergruß: Als
Thomas Kuban zum ersten Mal ein Neonazi – Konzert mit versteckter Kamera dreht, ermöglicht er Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender hineinwagt. Sechs Jahre später hat er rund vierzig Undercover-Drehs hinter sich, auch in Ländern jenseits deutscher Grenzen. Ein Lied begegnet ihm auf seiner „Konzerttournee“ immer wieder: „Blut muss fließen knüppelhageldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik…“. Hochbrisant ist das Material, das Thomas Kuban im Lauf der Jahre zusammengetragen hat – einzigartig in Europa, wahrscheinlich sogar weltweit.

Mit Rechtsrock junge Menschen zu ködern und zu radikalisieren – diese „Masche“ zieht bei vielen jungen Leuten: Längst hat sich rund um die Musikveranstaltungen auch ein blühender Markt entwickelt: CD’s der einschlägigen Bands werden in Eigenregie produziert und in Szeneläden oder über das Internet verkauft. Mit rechtsextremen Merchandising – Artikeln ist das nicht anders. Auf diese Weise wird zugleich Geld für die Expansion der „Bewegung“ generiert.

Der Journalist Thomas Kuban hat all das mit versteckter Kamera dokumentiert und ist dabei ein hohes Risiko eingegangen. In keinem Verhältnis dazu steht das Interesse der Öffentlichkeit an seinen Bildern. Besonders deutlich wird dies bei der erfolglosen Suche nach Unterstützung für ein Filmvorhaben, von dem er sich große Wirkung verspricht: Eine Reise durch Deutschland und Europa, zurück auch an Orte, an denen er ver steckt gedreht hat. Im Fokus stehen dabei politische Entscheidungsträger, Behörden und Bürger. Thomas Kuban versucht so Antworten zu finden auf die Fragen: Warum kann auf der rechtsextremen Partymeile über alle Grenzen hinweg gefeiert werden und wie lässt sich das verhindern?

Der Autor Peter Ohlendorf hat Thomas Kuban auf seiner Reise mit der Kamera begleitet. Diesen Beobachtungen sind Sequenzen des Undercover-Materials gegenübergestellt. In den Dokumentarfilm sind quasi fiktionale Elemente integriert, die sich aus Sicherheitsgründen ergeben: Der Protagonist des Films muss unerkannt bleiben, sein Name ist folglich ein Pseudonym. Die eigenwillige Verkleidung dient nicht nur seinem Schutz, sondern thematisiert in ihrer Überpointierung zugleich die Rezeption seiner Person durch die Gesellschaft. Auch die Stimme von Thomas Kuban wird unkenntlich gemacht. Die Sprachebene ist analog zur Verkleidung frei entwickelt, sie orientiert sich aber an seiner realen Identität und hält sich streng an Fakten.

Quelle © FilmFaktum

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Quelle © FilmFaktum

Quelle © FilmFaktum

Wir bitten Sie pünktlich zu sein um Verzögerungen zu vermeiden.

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